Gräfin-Sonja-Gedächtnispreis

Gründer des Freiburger Instituts für Musikermedizin mit Gräfin-Sonja-Gedächtnispreis geehrt

Am 12. Dezember 2012 wurden Prof. Dr. med. Claudia Spahn und Prof. Dr. med. Bernhard Richter im Rahmen der Jahresversammlung des Förderkreises der Stiftung „Singen mit Kindern“ auf Schloss Mainau mit dem Gräfin-Sonja-Gedächtnispreis geehrt.

Die Jury der Stiftung hat in diesem Jahr zwei Freiburger Mediziner und Musiker aus Leidenschaft für ihre Verdienste um die Musikermedizin geehrt. Prof. Dr. med. Claudia Spahn (49) und Prof. Dr. med. Bernhard Richter (50) haben in den vergangenen sieben Jahren das Freiburger Institut für Musikermedizin in den Bereichen Lehre, Forschung und Krankenversorgung erfolgreich aufgebaut und etabliert. Das Lehrangebot im Bereich Prävention und Musikphysiologie, das von den beiden Professoren gehalten wird, ist fester Bestandteil der Musikhochschulausbildung in Freiburg. Im Bereich der Pädagogik liegt ein Schwerpunkt der Musikermedizin darauf, den Musiklehrern die Bedeutung des Singens und Musizierens für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu vermitteln. Jedes Jahr werden auch interessierte Medizinstudierende in ihrer vorklinischen und klinischen Studienphase am Institut mit Musikermedizin vertraut gemacht. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt liegt bei der Behandlung von Sängern und Patienten aus Stimmberufen, wobei Claudia Spahn einen Behandlungsschwerpunkt im Bereich der Auftrittsangst hat. Bedeutende aktuelle Publikationen der beiden Freiburger Ärzte sind das in diesem Jahr im Henschel-Verlag erschienene Buch „Lampenfieber“ von Frau Prof. Spahn sowie das Standardwerk „Die Stimme“ von Herrn Prof. Richter, welches allerdings erst im Frühjahr 2013 ebenfalls im Henschel-Verlag erscheint.

Sowohl aus der eigenen Biographie heraus als auch in ihrer aktuellen Tätigkeit als Professoren ist das Thema Singen, kulturelle Bildung und Förderung allgemein und insbesondere von Kindern und Jugendlichen beiden Professoren ein Herzensanliegen. Von diesem Impuls getragen waren beide seit der ersten Stunde der Stiftung „Singen mit Kindern“ als Gründungsmitglieder eng verbunden. Die Begeisterung für das Thema „Singen mit Kindern“ reicht über die berufliche Beschäftigung mit dem Thema auch in den ehrenamtlichen Bereich. So waren beide Professoren an der Gründung des „Astrid-Lindgren-Kinderchores“ für Kinder ab 4 Jahren aktiv beteiligt und haben den Chor bei zahlreichen Musicalproduktionen und Aufführungen, u.a. im Festsaal von Schloss Mainau oder auf dem Zelt-Musik-Festival Freiburg musikalisch begleitet und unterstützt.

Gedächtnispreis erinnert an Sonja Gräfin Bernadotte

Der Gräfin-Sonja-Gedächtnispreis erinnert an die 2008 verstorbene Mainau-Geschäftsführerin Sonja Gräfin Bernadotte, die die Stiftung "Singen mit Kindern" ab Gründung im Jahre 2002 bis hin zu ihrem Lebensende als Vorsitzende aufgebaut und geprägt hat. Der Preis wird jährlich am 12. Dezember auf der Insel Mainau im Bodensee an Persönlichkeiten übergeben, die sich zum Thema "Singen mit Kindern" besondere Verdienste erworben haben. Im ersten Jahr wurde Maria Löhlein-Mader für ihr Engagement in der Aus- und Weiterbildung von Musikmentoren und Singepaten mit dem mit € 1.000,- dotierten Preis geehrt. Im vergangenen Jahr wurde der Stuttgarter Konzertsänger Cornelius Hauptmann für das Projekt „Wiegenlieder“ geehrt.

Die Stiftung „Singen mit Kindern“ wurde 2002 ins Leben gerufen. Sie wirkt im Musikland Baden-Württemberg, wobei die Materialien der Stiftung global genutzt werden können. In Baden-Württemberg nutzen inzwischen monatlich über 20 000 Familien die Internet-Angebote der Stiftung. Seit 2009 ist Sandra Gräfin Bernadotte Vorsitzende der Stiftung. Den Vorsitz im Beirat, in dem alle 4 baden-württembergischen Landtagsfraktionen mitwirken, hat Frau Dr. Monika Stolz MdL inne. Den Förderkreis der Stiftung betreuen Herr Rudolf Köberle MdL und Christian Graf Bernadotte. Ziel ist es, in den Familien, Kindergärten und Grundschulen das Singen von Erwachsenen mit Kindern  intensiv zu beleben, musikpädagogische Begabungen zu fördern, den Dialog der Generationen zu pflegen und in allen gesellschaftlichen Bereichen über die Bedeutung des Miteinander-Singens beim Heranwachsen von Kindern aufzuklären.